Baumsanierung Wagler

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Der richtige Astschnitt

Um einen Ast richtig abschneiden zu können muß man zuerst wissen wie ein Ast aufgebaut ist und wie der Baum auf den Verlust eines Astes reagiert.

Astring

Noch vor dem Sommer beginnt der Ast stark zu wachsen, Das Astholz setzt sich nach unten in den Stamm hinein fort, diese Ausbildung wird als Astschwänzchen (A) bezeichnet.

Im Sommer umwächst das Stammgewebe das Astholz an der Ansatzstelle. Aus dem Stammgewebe bildet sich ein sogenannter Stammkragen(B), welcher den Ast vor dem Ausreißen bewahrt.

Ein Ast sollte immer vor diesem Stammkragen abgeschnitten werden, eine Stummelbildung sollte dabei möglichst vermieden werden.

Der Übergang vom Astholz zum Stammkragen wird als Astring bezeichnet. Die richtige Schnittführung liegt kurz vor dem Astring, ohne das Stammgewebe im Stammkragen zu verletzen.

Die Bedeutung der richtigen Schnittführung erschließt sich wenn man sich die Reaktionen des Baumes bei einem Astverlust anschaut.

Auch auf natürliche Weise verliert ein Baum Äste, z. B. durch Astbruch oder auch dem Abwerfen abgestorbener Äste. Die Bäume haben sich in Jahrmillionen an diese Gegebenheiten gut angepaßt. An diesen Sollbruchstellen bilden sich besondere Schutzzonen. Diese finden sich auch an den Blattnarben und an den Ansatzstellen der Wurzelhaare, überall dort also wo dem Baum öfter mal was abfällt. In diesen Schutzzonen sind pilzwidrige Stoffe auf Phenol- oder Terpenbasis eingelagert, sie befinden sich zwischen dem Ast- und dem Stammgewebe.

Bei einem natürlichen Verlust des Astes wird der Stammkragen nicht verletzt. Fäuleerreger, welche das Astholz befallen, können die Schutzone nicht durchdringen.

Oftmals ist jedoch zu sehen wie Äste glatt am Stamm abgeschnitten werden. Diese Methode kam mit der Erfindung schwerer Motorsägen auf, sie wird auch heute noch teilweise propagiert mit der Begründung die Heilung nach dem Schnitt sei so besser.

Tatsächlich wird jedoch durch diesen Schnitt der Stammkragen verletzt, die baumeigene Schutzzone, das Hauptabwehrsystem des Baumes wird umgangen. Im Stammkragen befinden sich Leitungsbahnen, welche den hier eindringenden Schadorganismen eine großräumige In fektion des Stammes ermöglichen.

Ausgebreitete Fäulen im Stamm und Einbußen bei der Vitalität der Bäume sind die Folge. Tatsächlich setzt bei stammnahen Schnitten auch eine schnellere Wundholzbildung ein, diese hat jedoch keinen Einfluß auf die im Stamm entstehende Fäulnis. Die Größe der Wunden beträgt zudem bis zum achtfachen der Wundgröße bei einem korrektem Astringschnitt.

Wird auf Astring geschnitten so kann die relativ kleine Wunde vom Stammkragen rasch überwachsen werden.

Lebendige Äste sollten generell nicht abgeschnitten werden. Sie sind zur Erhaltung des baumeigenen Energiehaushaltes, somit der Vitalität des Baumes dringend notwendig. Erfüllt die Energieerzeugung eines Astes gerade noch den Eigenbedarf des Astes so läßt der Baum den Ast absterben.

Das heißt jeder noch lebendige Ast wird vom Baum gebraucht!

Auf den Verlust solcher dringend benötigter Äste reagiert der Baum mit der Bildung zahlreicher Regenerationstriebe.

Nach der „ZTV- Baumpflege“, die für alle Baumpflegearbeiten in Deutschland gilt, dürfen an Bäumen nur lebende Äste mit einem Durchmesser bis zu 5 cm entfernt werden. Lediglich an gut abschottenden Baumarten dürfen Äste mit einem Durchmesser bis 10 cm abgesc hnitten werden.

Eine vernünftige und baumgerechte Baumpflege braucht keine Motorsäge!


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